MUT TUT GUT. Oder wieso ich aus meiner eigenen erfolgreichen Werbeagentur ausgestiegen bin.


„Hab’ keine Angst das Gute aufzugeben um das Großartige zu erreichen.“ John Rockefeller

Einige waren verwirrt, als ich von dem Plan erzählte, meine Agentur zu verlassen: „Aber du hast die Agentur doch mitgegründet.“ Das habe ich, 2009, als frisch gebackener Diplom-Designer. Zuerst waren wir eine Zweimann-Show. Jetzt, achteinhalb Jahre später ein Team von sieben talentierten Leuten, großartigen Kunden und einem sehr seriösen Firmenschild. Ich war zufrieden. Ich hätte bis an mein Lebensende diesen Job weitermachen können. Die Agentur war eine feste Stütze in meinem Leben. Wenn alles andere kaputtgegangen wäre, hätte ich gewusst: da ist meine Agentur, da ist mein Platz. Das Schiff liegt sicher im Hafen. Aber ist es die Bestimmung eines Schiffes, im Hafen zu liegen? In Barcelona liegt der Nachbau eines Kolumbus-Schiffes im Hafen. Ich hab’ reingepinkelt, irgendwo in die Ecke, es gab keine Toilette. Damals war ich 5 oder 6 Jahre alt. Doch ein kleiner Rebellen-Pirat in mir ist geblieben. Ich pinkle nicht mehr in Kolumbus-Schiffe, aber ich will Dinge nicht einfach so lassen, nur weil sie selbstverständlich sind. Ich liebe es, zu hinterfragen und zu überdenken. Oft führen die Gedanken in eine Sackgasse, aber in dieser Sackgasse ist es sehr witzig.

Was will ich eigentlich?

Im letzten Jahr ist der Rebell in mir lauter geworden: „Ist das Arbeiten in einer klassischen Werbeagentur das, was du wirklich bis ans Ende deines Lebens machen willst? Was ist mit deinen Träumen? Was ist mit deiner inneren Haltung? Wie kannst du deine Kreativität weiterentwickeln? Was ist mit dem ganzen unentdeckten Land? Da liegt irgendwo ein Schatz für dich!“ Er klang verlockend. Aber es geht mir doch gut, sagte ich mir immer wieder. Was für eine Ausrede. Gewohnheiten und eingefahrene Denkmuster sind stark in unserer Gesellschaft. Deshalb sollte man sich ab und zu fragen:

Was sind denn meine wahren Träume und Ziele?

Ich wollte schon immer mal ein Buch schreiben und illustrieren, ich will mehr Zeit für Familie, Freunde, Yoga, gutes Essen und meinen alten Kater haben, Ideen verwirklichen, mehr Zeit in der Natur verbringen, mehr tanzen, bewusster leben. Vor allem will ich die Welt mit den Möglichkeiten, die ich habe, etwas besser machen. Ich weiß, das klingt hippiemäßig und nach utopischem Idealismus. Aber da hab’ ich Bock drauf.

„Give yourself permission to be who you wish to become.“ —Alex Elle

Das Verhalten an die innere Haltung anpassen.

Das, was mir in meiner Agentur am meisten Spaß gemacht hat und wobei ich mich im Einklang mit meiner inneren Haltung gefühlt habe, waren Projekte, bei denen es um Nachhaltigkeit, soziales Miteinander und Kultur ging, mit Kunden zu arbeiten, denen nachhaltige und faire Produktion genauso wichtig ist wie mir.

Wenn man das macht, was der inneren Überzeugung entspricht, hat man ein unglaublich gutes Gefühl dabei. Daraus entwickelt sich eine Superkraft, die enorme Energien freisetzt. Und das ist der Schatz, den mir der kleine Rebellen-Pirat versprochen hat.

Zeit für Veränderung: Jetzt

Als ich diese Erkenntnis hatte, wurde der kleine Pirat übermütig laut: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Wann will man Dinge ändern in seinem Leben? Irgendwann wenn mal Zeit ist, irgendwann, wenn es gut in den Kram passt? Die Antwort ist meistens: Jetzt.

Es war keine Entscheidung gegen die Agentur, sondern für eine neue persönliche Reise, auf der ich konsequent meinen Weg gehen kann. Optimistisch wie immer setze ich meine Segel. Ich will großartiges Design für sinnvolle Projekte machen.

Das Ziel ist klar vor meinen Augen, aber die Route ist noch offen. Denn wer weniger plant, hat mehr Flexibilität.

Wer kommt mit auf die Reise?

Ich suche Menschen und Projekte, Designer, Texter, Künstler, Visionäre, alle, die etwas bewegen wollen und mit denen ich mich vernetzen kann. Zusammen lässt sich viel Großartiges erreichen.

Ich freue mich auf Euch,

Euer Steffen

steffen@iconeo.de
instagram.com/iconeo

Copyright Foto: Nele Prinz 

Illustratoren für Flüchtlinge

 

Illustratoren für Flüchtlinge

Ich habe bei dem Projekt Illustratoren für Flüchtlinge mitgemacht.
Laut UNO sind 51% der Menschen, die auf der Flucht sind, Kinder. Ziel des Projektes ist es, mit Ausmalbildern den Kindern nicht nur Freude zu bereiten, sondern ihnen auch unsere Sprache und Kultur näher zu bringen.
Mein Thema für das Ausmalbild lautet: „Miteinander – Malen, Mitmachen, Einladen, Weltkarte“

http://www.illustratorenfuerfluechtlinge.de/malen-mitmachen-einladen-weltkarte/