* Eilmeldung * Grippe zieht sich aus Nebenhöhlen zurück * Abwehrkräfte auf Vormarsch

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In der Region rund um die Atemwege kam es laut Immunsystem-Koordinator Leukozyt in der letzten Nacht zu heftigen Gefechten. „Die Nasenhochburg ist seit Anfang an eine hart umkämpfte Schlüsselstellung. Aber unsere Abwehrkräfte sind gegen die Grippe-Viren gut ausgebildet, auch bei fiebrigen Temperaturen.“, so Leukozyt.

Nach zwölfstündigen Verhandlungen in den Nebenhöhlen, die wegen Verschleimung unterbrochen werden mussten, setzte die Kontaktgruppe am Vormittag Ihre Gespräche in einem trockenen Lungenflügel fort. Es sind die ersten Verhandlungen seit mehr als 5 Jahren. „Die letzten Jahre haben wir von der gegenseitigen Existenz keine bedrohende Notiz vernommen“, so der Sprecher der Abwehrkräfte Immunis. Die Abwehrkräfte werfen den Grippe-Viren eine „rotzfreche“ Verletzung der Waffenruhe vor.

„Wir sind niemals mit harten Geschützen auf die Viren los. Unser Ziel war es stets, mit homöopathischen Mitteln ein Zeichen zu setzen.“

Der Vorwurf, die Grippe-Unruhen hätten effektiver mit Antibiotika vernichtet werden können, weist Immunis streng von sich: „Das wollen die Grippe-Viren doch. Mit dem Einsatz von Antibiotika-Bomben schaden wir uns mehr als dem Feind. Außerdem gibt es immer ein paar Spione, die sich die Machart der Antibiotika merken und beim nächsten Angriff darauf vorbereitet sind. Unser Ziel ist eine friedliche Lösung.“

Grippe-Führer Influenza: „Nach fünf Jahren vergeblicher Infektions-Anfragen konnten wir diesmal erfolgreich ein paar unserer Tröpfchen-Agenten einschleusen. Diese öffneten ohne lästigen Papierkram die wichtigen Tore für unsere Viren.“

Abwehrkräfte-Kommandant Immunis entgegnet darauf:

„Das sind keine lieben Viren, die man gerne zur Zellteilung einlädt, das sind wild gewordene Party-Viren, die es nur darauf abgesehen haben, den Körper flachzulegen. Ich habe nichts gegen Viren und Bakterien, wenn sie sich im Darmbereich aufhalten und ihrer Funktion nachgehen. Es ist schwer genug, bei dieser Jahreszeit genug weiße Blutkörperchen zu mobilisieren.“

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Wie der Grippe-Virus in den Körper eindringen konnte, sei noch unklar. „Wir haben uns nichts vorzuwerfen.“, so der Türsteher der Atemwege. „Wir kontrollieren wirklich alles. Und die letzten Jahre haben wir hervorragende Arbeit geleistet. Die Exklusivität unserer geschlossenen Gesellschaft hat Priorität Nummer Eins!“ Dies bestätigt der Sprecher der Schleimhäute, Mucosa. Schon während der Inkubationszeit wurden alle Schleusen verriegelt und das Notfall-Programm eingeläutet. „Es war schrecklich,“, so der Pressesprecher der Magen-Region, „es war überhaupt kein Appetit da.“ Abwehrkräfte-Kommandant Immunis: „Die ersten beiden Tage sind immer die schlimmsten: Da muss man einfach durch. Jede Region hat ihre Opfer zu tragen.“

Jede Seite des Konflikts erhebt Anspruch auf die strategisch wichtigen Nasennebenhöhlen. Aber auch die Lunge und der Darm sind Zeugen heftiger Gefechte. „Wir haben schon beim Sterben hunderttausender Viren zusehen müssen.“, so Grippe-Führer Influenza. Auch Influenza sei an einem Ende des Konfliktes interessiert.

Die beiden Parteien haben sich nun auf einen friedlichen Plan geeinigt, der in mehreren Stufen zu einer Verhandlungslösung der Grippe-Unruhen führen soll.
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In erster Linie stellen die Grippe-Viren ihre Vermehrungs-Orgien ein. Gleichzeitig werden sie sanft über Schleimhäute und andere „weiche“ Transportwege nach außen befördert. „Eventuell werden wir kurzfristig die Temperatur noch einmal erhöhen müssen, um wirklich alle Viren evakuieren zu können“, so Immunis kopfschüttelnd. „Es sind einfach so unglaublich viele.“ In weiteren Stufen werden die hart umkämpften Nasennebenhöhlen frei gemacht. Dies sei oft die schwierigste Aufgabe, so der Abwehrkräfte-Kommandant, hier befänden sich die hartnäckigsten Partygäste. Die könnten sie nur mit Räucherstäbchen, Hippie-Musik und spirituellem Gequatsche rausschmeißen.

Ein unmoralisches Angebot
Teil des Abkommens sei es wohl gewesen, dem Grippe-Führer drei bis vier mögliche Wirte zu nennen, die kurzfristig Platz für all die Grippe-Viren hätten. „Das ist üblich in dieser Branche“, so Immunis. „Aber auch wir entwickeln uns weiter, wir wissen jetzt, wie wir das nächste Mal einen solchen Angriff abwehren können. Und dieses Wissen geben wir gerne weiter.“ Immunis feiert die friedliche Lösung des Konfliktes als Erfolg: „Wir werden weiterhin unsere homöopathische Strategie fahren und die Kräfte der Natur nutzen. Natürlich ist unser Körper in solchen Zeiten auf Partner angewiesen, die uns mit Unmengen von Tee und Obst versorgen. Ich blicke optimistisch in die Zukunft, wir sind gut vorbereitet. Der Grippe-Virus hat einen ordentlichen Saustall hinterlassen, ich muss wieder an die Arbeit, bitte entschuldigen Sie mich.“

Der Wirt Steffen Kraft bedankt sich bei allen Abwehrkräften für ihren Einsatz.

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