Neues vom internationalen Oster-Komitee (IOK)

 

Gute Nachrichten für Lämmchen: Sie müssen sich an Ostern nicht mehr verstecken. Das Internationale Oster-Komitee* hat in seiner jüngsten Tagung beschlossen, dass es Zeit sei für neue Bräuche. Ab 2018 sollen keine Lämmer mehr geopfert werden, sondern Blumenkohl. Blumenkohl würde sich viel besser zum Opfern eignen als ein junges Baby-Schaf: er schreit nicht nach der Mama, er schreit nicht vor Schmerzen und er kann problemlos in Massenblumenkohl-Haltung gezüchtet werden. Darüber hinaus sieht er auch noch so ähnlich aus wie ein Lamm.

Der Oster-Eier-Brauch und das ganze Versteckspiel sei auch etwas in die Jahre gekommen. „Lieber mal das Smartphone des Kindes (oder des Partners) verstecken.“, so die neue Forderung des IOK. Da mache das Zuschauen viel mehr Spaß.

*frei erfunden

Luups 2018

Die Luups Bücher sind Stadtführer mit Gutscheinen und es gibt sie mittlerweile in jeder größeren Stadt in Deutschland. Luups unterstützt damit nicht nur Einzelhändler, Restaurants und Cafés, sondern auch Künstler und Illustratoren. Denn zu jeder vorgestellten Location gibt es ein vollformatiges Bild zu sehen. Ich habe die Ehre, in den Ausgaben für die Städte Frankfurt, Mainz, Berlin, Wiesbaden, Darmstadt und Dortmund mit ausgewählten Arbeiten vertreten zu sein.
https://www.luups.net

Happy Birthday WDC!

Seit 30 Jahren setzt sich die Wal- und Delfinschutzorganisation WDC für den Schutz der Ozeane und deren Bewohnern ein. 30 Jahre Tierschutz, das klingt nach viel Ausdauer, Geduld und starkem Willen. Das klingt aber auch nach Erfolg. Denn wer sich auf der Website der Organisation umschaut, dem wird schnell klar, dass hier Taten auf Worte folgen, wie zum Beispiel die Zerschlagung eines Walfleisch-Schmuggelrings oder die Einführung neuer Gesetze zum Schutz von Walen und Delfinen.
Bei zwei Vorträgen über nachhaltiges Design, die ich für den WDC bei Workshops halten durfte, konnte ich die Menschen hinter der Organisation kennenlernen. Die Motivation der WDC-Mitarbeiter steckt an und ihr Wissen über die Komplexität der Meere ist beeindruckend. Umso dankbarer bin ich, dass ich den WDC unter anderem mit Design und Illustrationen unterstützen und damit Aufmerksamkeit auf ihre wichtige Arbeit lenken kann.
Mit meinem Statement zu 30 Jahren WDC reihe ich mich eine Vielzahl verschiedener Gratulanten ein. Ich bin dankbar, dass es den WDC gibt und wünsche ihm weiterhin viel Erfolg. Denn die Meere gehen uns alle an und nur allzu oft vergessen wir, dass wir einen Planeten bewohnen, dessen Oberfläche größtenteils aus Wasser besteht und dass dessen Schutz einen wesentlichen Beitrag zum Gleichgewicht der gesamten Natur auf der Erde beiträgt.

Orientierungsdesign leicht gemacht

Kleine Details, die die Orientierung erleichtern

Selbst im Krankenhaus ruht mein Designerblick nicht: Im Gegenteil. In einem Gebäude, in dem unter Umständen eine schnelle Orientierung (lebens)wichtig ist, fallen mir solche Verbrechen der Gestaltung besonders auf. Denn in der Gestaltung ist nicht alles Geschmacksache. Einfache Regeln, wie z.B. Pfeile, die nach links gehen, gehören nach links, Pfeile, die nach rechts gehen, gehören nach rechts, können zwar gebrochen werden, sind in den meisten Fällen aber nicht sinnvoll. Wenn zudem die Pfeilgröße eher an einen Regenwurm mit Partyhütchen erinnert, bezweifle ich, dass sich vor allem ältere Menschen hier mühelos orientieren können. Im „Nachher“-Bild habe ich schnell visualisiert, wie eine Verbesserung aussehen könnte.

10 Tipps für mehr Follower auf Instagram


Wer sich mehr Follower auf seinem Instagram-Account wünscht, der findet im Internet allerhand Tipps. Doch diese Tipps sind oft sehr allgemein und nicht für jeden umsetzbar.
Die hier beschriebenen Tipps eignen sich vor allem für Künstler, Illustratoren oder Designer und beruhen auf eigenen Erfahrungen. Mein Account hat im Moment 15.300 Follower (Dezember 2017), und ich betreibe Instagram aktiv seit 2 Jahren. Anfänglich habe ich alles geteilt, was mir vor die Linse kam: ein Bahnhof mit Regenbogen, Katzenfotos, Skizzen aus meinem Skizzenbuch, eigene Illustrationen. Ich hatte lange Zeit kaum mehr als 200 Follower. Eines Tages platzte mein Handy fast vor Push-Benachrichtungen, und ich hatte innerhalb einer Woche 1.000 neue Follower. Grund war, dass ein Account mit über 1 Mio. Followern eine Illustration von mir geteilt hat. Seitdem bekomme ich geschäftliche Anfragen über Instagram und die Plattform hat sich als mein wichtigstes Social Media Tool etabliert. Wenn Ihr auch mehr Follower wollt, um z.B. Euer Business auf- und auszubauen, kann ich Euch folgende Tipps geben: Continue reading

ICONEO ist Daylighted Selected Artist

Ello Contest Daylighted Selected Artists

Der Daylighted Selected Artists Award wurde auf der speziell auf kreative Köpfe spezialisierten Social Media Plattform ELLO ausgerichtet. Zu gewinnen gab es nichts außer die Möglichkeit, beim Art Walk in San Francisco vertreten zu sein. Grund genug für mich, daran teilzunehmen. Ich nahm mit bestehenden Arbeiten teil, wie z.B. diese Illustration mit dem „Mond-Spray“ und wurde einer der 20 selected Artists. Auch hier ist mir die Kunst wieder einen Schritt voraus (wie auch bei diesem Projekt) und bereist eine Stadt, die auf meiner Wunschliste der zu bereisenden Städte steht.

Der Weihnachts-Poller

Wenn Menschen gefragt werden, was sie mit Weihnachten verbinden, kommt wie aus der Lametta-Pistole geschossen: Fest der Liebe, Geschenke, Stress, Familienstreit, Urlaub, Lichterkette, Weihnachtsbaum, Schnaps. Neuestens reiht sich ein weiterer Begriff in die fröhliche Runde ein: Der Poller. Der quaderförmige Betonklotz ist häufig am Rand von Weihnachtsmärkten zu finden und gesellt sich gern zu anderen schüchternen Pollern. Da die Poller neu im Xmas-Business sind, stehen sie lieber außerhalb und trauen sich noch nicht weiter in das kuschelige Geschehen. Dabei müssten sie gar nicht zurückhaltend sein: ihr klassisch zeitloses Design wird sie eines Tages zum Kultstatus befördern. In einem Atemzug wird dann genannt: Der Eames-Stuhl, die Starck-Orangenpresse, der Weihnachts-Poller. Allein durch seine protzige Türsteher-Statur, die aus jeder seiner Beton-Poren die Wörtchen „hier kommst du nicht durch“ verlauten lässt, seine nach Sicherheit strotzende Ausstrahlung und seine qualitativ hochwertige Verarbeitung made in Germany wird er viele Design-Liebhaber gewinnen.

Das Image des Pollers ist noch etwas aufpollierungsbedürftig. In Gesprächsrunden mit depressiven Pollern hört man oft, wie sehr sie sich durch Sätze wie „Ach herrjeh, soweit ist es schon gekommen.“ oder „Das bringt doch alles nix.“ unbeliebt und missverstanden fühlen.
„Dabei sind wir sehr gut ausgebildet, halten unseren Kopf für die Menschen hin, arbeiten Tag und Nacht bei Minusgraden, und das in der stressigen Weihnachtszeit. Hunde pinkeln uns an, Leute stellen heiße Getränke oder Müll auf uns. Was wäre denn, wenn wir nicht da wären?“

Poller haben zwar eine harte Schale, aber im Innern sehnen sie sich auch nach einer harmonischen Vorweihnachtszeit, in der sie für ihre Arbeit respektiert werden und im Vorbeigehen sanft gestreichelt werden. In manchen Städten, wie in Gütersloh, werden sie dekoriert wie riesige Geschenke. Continue reading

ICONEO auf Etsy

Hochwertige Drucke meiner Illustrationen auf Hahnemühle Fine Art Paper

„Verkaufst du eigentlich auch Drucke deiner Arbeiten?“, wurde ich oft gefragt.
Bisher konnte ich nur „noch nicht“ antworten.
Seit zwei Monaten biete ich nun endlich Drucke an. Keine Massenproduktion, sondern ausgewählte Arbeiten, gedruckt auf Hahnemühle Fine Art Papier. Das Baumwoll-Papier fühlt sich angenehm weich an, die Farben leuchten lebendig. Ich drucke die Illustrationen bei einem der wenigen deutschen Anbieter, der von Hahnemühle als „Certified Studio for digital fine art printing“ zertifiziert wurde (Saal digital). Hahnemühle gehört zur ältesten Künstlerpapierfabrik mit einer Firmengeschichte von über 400 Jahren.

Als Plattform habe ich mich für Etsy entschieden. Etsy ist die weltweit größte Plattform für handgemachte Produkte. Die Benutzeroberfläche ist für Käufer und Verkäufer sehr leicht zu bedienen und zudem noch schick. Als Verkäufer erhalte ich detaillierte Statistiken und umfangreiche Möglichkeiten, meinen Shop zu pflegen.

Mein Anliegen ist es nicht, möglichst viel Geld mit diesem Shop zu verdienen. Ich spende 10% meines Gewinns an gemeinnützige Organisationen. Da es unglaublich viele Organisationen gibt, die Gutes tun, will ich alle drei Monate eine andere Organisation in mein Spendenprogramm aufnehmen.

Die erste Organisation ist „Friends of children – Nepal e. V.“ aus Mainz. Die Gründer aus Deutschland beziehen keinerlei Gehalt und zahlen ihre Flüge nach Nepal aus privaten Mitteln. Sämtliche Vereinskosten (Flyer, Porto etc.) werden über Mitgliedsbeiträge gedeckt, sodass sie garantieren, dass 100% der Spenden direkt in die Projekte vor Ort investiert werden.
Ich stehe im persönlichen Kontakt mit den Gründern und freue mich, wenn viele Spendengelder zusammenkommen.

ICONEO auf Etsy

Eine Weihnachtskarte, die Wale und Delfine retten kann

Weihnachtskarte für die Wal- und Delfinschutzorganisation WDC. Copyright Foto: WDC

Der WDC (Whale and Dolphin Conservation) ist die weltweit führende gemeinnützige Organisation zum Schutz von Walen und Delfinen. Meinen ersten Kontakt zum WDC hatte ich vor zwei Jahren, als ich eine Illustration für die Organisation kreierte. Seitdem stehen wir in regelmäßigem Austausch. Auf zwei Blogger-Workshops (veranstaltet und organisiert vom WDC) konnte ich über nachhaltiges Design und meine Arbeit als „digital activist“ berichten. Dieses Jahr durfte ich eine Weihnachtskarte gestalten. Mit dem Erlös wird die sinnvolle Arbeit des WDC unterstützt. Die Karten wurden natürlich auf Recyclingpapier und mit mineralölfreien Farben produziert.

Ein Kunstdruck zum Schutz der Wale

Ein ICONEO in freier Wildbahn

SAVE THE BEES! veganveins-Fotoshooting mit ICONEO

Es war mir eine Freude, mit der Fotografin Nele Prinz das neue Save the Bees Shirt* in Szene zu setzen. Der Schwarzwald bot die perfekte Kulisse dafür. Dafür zog ich sogar die Schuhe aus und tapste barfuß durch das Moos. Wer das noch nie gemacht hat, sollte es unbedingt nachholen: Es gehört zu einer meiner schönsten Walderfahrungen.
* Einen Artikel zu diesen Shirts gibt es hier.

Design für die Berliner Band „Di Grine Kuzine“

Ein Traum ist für mich in Erfüllung gegangen, als ich heute morgen ein Paket aus Berlin geöffnet habe: Darin befand sich nämlich die neue CD der Berliner Band „Di Grine Kuzine„, für die ich das neue Design entworfen habe. Schon seit langem wollte ich ein Cover für eine Band gestalten. Aber natürlich nicht für eine x-beliebige Band, die Musik sollte mich schon ansprechen. Und so kam es, dass ich das komplette Design für ihr achtes Album mit dem Titel „Liebe übrig“ gestalten konnte. Di Grine Kuzine macht Balkan-Brass-Ska-Gangster-Folk-HipHop-Salsa-Schmaltz-Soul-SpaghettiWestern-PopPunk-RockSurf-Musik – oder: Eastern roots, western beats. Alles klar, oder? Nicht nur die neue Platte ist ein Fest für die Ohren: wer die Möglichkeit hat, sollte sie auch mal live sehen. So geht Musik.
Veröffentlich wurde die CD beim Berliner Label ZuG Records.

Interview mit HappyPlanties

Ich musste nicht lange überlegen, als die Anfrage von HappyPlanties kam, bei ihrem „Neuanfang“-Podcast-Interview mitzumachen. Ein kurzer Blick auf ihre Website hat mich schnell überzeugt: inspirierende Gespräche, spannende Themen und gesunde Ernährung. Da will ich dabei sein. Wie es sich für ein erstes Podcast-Interview gehört, war ich natürlich etwas nervös, aber die guten Fragen und die angenehme Stimmung haben mich schnell ausbalanciert.

Auf diesem Link findet Ihr auch einige Illustrationen von mir, ein paar nützliche Links und ein tolles Bratkartoffelrezept von Sara: http://www.happyplanties.de/042-eco-designer-steffen-kraft-im-interview/

Hier ist das Buch, das ich im Interview empfehle:

Save the bees!

Save the bees – design für VEGANVEINS

Ich war noch nie in Kanada. Aber ein Design von mir hat es schon über den Ozean geschafft. Für das vegane T-Shirt-Label VEGANVEINS durfte ich ein Motiv für die neue Kollektion kreieren. „Waas, ein veganes T-Shirt-Label, was soll das denn sein?“ stellen sich vielleicht einige die Frage. Das Ziel des Labels ist es, mit starken Motiven Aufmerksamkeit zu erzielen und wichtige Statements zum Tierschutz zu setzen. Natürlich werden alle Produkte ökologisch sinnvoll produziert, verpackt und versendet. Dazu kommt noch, dass 10% der Einnahmen einer monatlich wechselnden wohltätigen Organisation gespendet werden.
Das Thema für mein Design war „Save the bees“. Ein wichtiges Thema, denn ein drittel unserer Lebensmittel ist auf die Bestäubung von Insekten angewiesen (bund.net). Weltweit wird ein beunruhigendes Bienensterben beobachtet.

Ich hoffe, dass mit der Verbreitung des Motivs dieses wichtige Thema die nötige Aufmerksamkeit bekommt. Die Zusammenarbeit mit VEGANVEINS war sehr angenehm und ihre Worte gehen runter wie Honig: „it was created for us by the extremely talented @iconeo. Steffen did an even better job than we could have imagined and I’m sooo happy with how it turned out! Thank you for designing this for us, it was so fun working with you.“

Was können wir für die Bienen tun?

  • Ökologische Lebensmittel: Eine große Gefahr für Bienen sind chemische Pestizide, die bei konventioneller Landwirtschaft eingesetzt werden. Ökologische Produkte, z.B. von demeter, bekämpfen Schädlinge mit Nützlingen und ohne chemisch synthetischen Pflanzenschutzmitteln. „Die robusten Sorten der ökologischen Landwirtschaft sind weniger anfällig für Schädlinge“ (greenpeace).
  • Blühende Pflanzen säen: Wer einen Balkon oder Garten hat, kann den Bienen ein schönes Buffet zubereiten: Z.B. Himbeere, Lavendel, Apfelbaum, Kirsche, Koriander, Phacelia, Steinklee und vieles mehr. Eine längere Liste gibt es beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.
  • Wildblumensaat auf Wiesen und Weiden streuen: Auch wer keinen Garten hat, findet bestimmt irgendwo ein paar Flecken, die sich zu blühenden Oasen umgestalten lassen. Guerilla-Gärtner machen das natürlich mit coolen Seedbombs ;)
  • Honiggläser gut ausspülen: Bienen fliegen im Herbst gerne Glascontainer an. Honigreste im Glas können die für die Biene gefährliche amerikanische Faulbrut übertragen.
  • Honigkonsum reduzieren: „So bleibt mehr für die Bienen übrig, und der Überzüchtungswahn nimmt ein Ende“ (huffington post). Wenn Honig, dann natürlich aus der Region direkt vom Imker.

Das Gefühl, an einem selbstgebauten Schreibtisch zu arbeiten

Tatatataaa! Hier ist er: mein neuer Schreibtisch! Von der Idee bis zur Umsetzung hat es circa ein Jahr gedauert. Aber es hat sich gelohnt. Zugegeben, ich hatte es mir einfacher vorgestellt: Ich gehe in den Wald, schnapp mir ein paar rumliegende Baumstämme oder dicke Äste, schleif sie ab und schraub sie irgendwie an eine ausgemistete Tischplatte. Papperlapapp. Nach einer Kontaktaufnahme mit Förstern stellte sich heraus, dass rumliegende Baumstämme nicht mitgenommen werden dürfen, zumindest nicht für umme. Und das Holz im Wald eignet sich nur bedingt für Weiterverarbeitung. Doch wer über seine Ziele redet und viele Menschen daran teilhaben lässt, dem eröffnen sich viele Möglichkeiten: Mein Cousin hatte im Hof vier Stämme liegen, die zu Brennholz weiterverarbeitet werden sollten. Und ein Stamm hatte sogar eine Astgabelung, wie ich es mir gewünscht hatte. Zack! Continue reading

MUT TUT GUT. Oder wieso ich aus meiner eigenen erfolgreichen Werbeagentur ausgestiegen bin.


„Hab’ keine Angst das Gute aufzugeben um das Großartige zu erreichen.“ John Rockefeller

Einige waren verwirrt, als ich von dem Plan erzählte, meine Agentur zu verlassen: „Aber du hast die Agentur doch mitgegründet.“ Das habe ich, 2009, als frisch gebackener Diplom-Designer. Zuerst waren wir eine Zweimann-Show. Jetzt, achteinhalb Jahre später ein Team von sieben talentierten Leuten, großartigen Kunden und einem sehr seriösen Firmenschild. Ich war zufrieden. Ich hätte bis an mein Lebensende diesen Job weitermachen können. Die Agentur war eine feste Stütze in meinem Leben. Wenn alles andere kaputtgegangen wäre, hätte ich gewusst: da ist meine Agentur, da ist mein Platz. Das Schiff liegt sicher im Hafen. Aber ist es die Bestimmung eines Schiffes, im Hafen zu liegen? In Barcelona liegt der Nachbau eines Kolumbus-Schiffes im Hafen. Ich hab’ reingepinkelt, irgendwo in die Ecke, es gab keine Toilette. Damals war ich 5 oder 6 Jahre alt. Doch ein kleiner Rebellen-Pirat in mir ist geblieben. Ich pinkle nicht mehr in Kolumbus-Schiffe, aber ich will Dinge nicht einfach so lassen, nur weil sie selbstverständlich sind. Ich liebe es, zu hinterfragen und zu überdenken. Oft führen die Gedanken in eine Sackgasse, aber in dieser Sackgasse ist es sehr witzig.

Was will ich eigentlich?

Im letzten Jahr ist der Rebell in mir lauter geworden: „Ist das Arbeiten in einer klassischen Werbeagentur das, was du wirklich bis ans Ende deines Lebens machen willst? Was ist mit deinen Träumen? Was ist mit deiner inneren Haltung? Wie kannst du deine Kreativität weiterentwickeln? Was ist mit dem ganzen unentdeckten Land? Da liegt irgendwo ein Schatz für dich!“ Er klang verlockend. Aber es geht mir doch gut, sagte ich mir immer wieder. Was für eine Ausrede. Gewohnheiten und eingefahrene Denkmuster sind stark in unserer Gesellschaft. Deshalb sollte man sich ab und zu fragen:

Was sind denn meine wahren Träume und Ziele?

Ich wollte schon immer mal ein Buch schreiben und illustrieren, ich will mehr Zeit für Familie, Freunde, Yoga, gutes Essen und meinen alten Kater haben, Ideen verwirklichen, mehr Zeit in der Natur verbringen, mehr tanzen, bewusster leben. Vor allem will ich die Welt mit den Möglichkeiten, die ich habe, etwas besser machen. Ich weiß, das klingt hippiemäßig und nach utopischem Idealismus. Aber da hab’ ich Bock drauf.

„Give yourself permission to be who you wish to become.“ —Alex Elle

Das Verhalten an die innere Haltung anpassen.

Das, was mir in meiner Agentur am meisten Spaß gemacht hat und wobei ich mich im Einklang mit meiner inneren Haltung gefühlt habe, waren Projekte, bei denen es um Nachhaltigkeit, soziales Miteinander und Kultur ging, mit Kunden zu arbeiten, denen nachhaltige und faire Produktion genauso wichtig ist wie mir.

Wenn man das macht, was der inneren Überzeugung entspricht, hat man ein unglaublich gutes Gefühl dabei. Daraus entwickelt sich eine Superkraft, die enorme Energien freisetzt. Und das ist der Schatz, den mir der kleine Rebellen-Pirat versprochen hat.

Zeit für Veränderung: Jetzt

Als ich diese Erkenntnis hatte, wurde der kleine Pirat übermütig laut: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Wann will man Dinge ändern in seinem Leben? Irgendwann wenn mal Zeit ist, irgendwann, wenn es gut in den Kram passt? Die Antwort ist meistens: Jetzt.

Es war keine Entscheidung gegen die Agentur, sondern für eine neue persönliche Reise, auf der ich konsequent meinen Weg gehen kann. Optimistisch wie immer setze ich meine Segel. Ich will großartiges Design für sinnvolle Projekte machen.

Das Ziel ist klar vor meinen Augen, aber die Route ist noch offen. Denn wer weniger plant, hat mehr Flexibilität.

Wer kommt mit auf die Reise?

Ich suche Menschen und Projekte, Designer, Texter, Künstler, Visionäre, alle, die etwas bewegen wollen und mit denen ich mich vernetzen kann. Zusammen lässt sich viel Großartiges erreichen.

Ich freue mich auf Euch,

Euer Steffen

steffen@iconeo.de
instagram.com/iconeo

Copyright Foto: Nele Prinz 

Join the Fashion Revolution

Join the Fashion Revolution

Fashion Revolution was created in 2013 in response to the Rana Plaza disaster in Bangladesh when 1133 died and over 2500 were injured. Fashion Revolution is a global movement calling for a fairer, safer, cleaner, more transparent fashion industry.

„Today, both people and the environment suffer as a result of the way fashion is made, sourced and consumed. This needs to change. Join the movement.“ fashionrevolution.org